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liebesgeschichten, folge 1:
Als die Welt still stand (eine Liebesgeschichte mit einem Vorwort von Heraklit)

Nur eins ist weise: die Einsicht zu erkennen, die alles durch alles lenkt.
Heraklit

Die Welt stand still, als Sabine sich dachte, Hunde, Hunde, die sind sowas von unhygienisch, mein neuer Perserteppich dagegen, der ist schmutzabweisend, ich sollte meinen Hund rausschmei?en, den Deppen, aber meinen Perserteppich, den mag ich, den behalte ich, der ist gar nicht so unhygienisch wie der Hund. Doch das war unlogisch. Der Hund n?mlich hie? Hasso Hund. So wie Bussi B?r Bussi B?r hei?t. Mit Alliteration. Und Hunde, deren Namen alliterarisch sind, die k?nnen doch gar nicht unhygienisch sein, das wei? man doch, das habe ich mal gelesen, im Lexikon der Tiere. Da steht: "Hund. unhygienisches Tier, sofern sein Name keine Alliteration beinhaltet." Da ist Sabine aber einem ganz sch?nen Irrtum aufgessesen, und das ausgerechnet in der Sekunde, in der die Welt stillstand, na sowas. So ?hnlich wie die Senioren, die auf Kaffefahrten Zw?lftausend Mark teure Perserteppiche kaufen. Wobei die wenigstens nicht unhygienisch sind, die Perserteppiche, bei den Senioren bin ich mir da nicht sicher, kann ja keiner wissen, man kennt ja keine, Senioren meine ich, Perserteppiche schon, da kannte ich mal einen, der hie? Steve. Steve war Amerikaner und als die Welt still stand, lag Steve einfach so auf dem Boden rum. Er war der Fu?abtreter der Gesellschaft. Und das, obwohl seine Mutter fr?her immer zu ihm gesagt hat: "Steve, du bist der coolste Junge auf der Schule", als die Flokatis ihn Spangenfresse genannt hatten, auf dem Hof, der ?brigens f?nfeckig war so wie das Pentagon, wenn das mal kein Zufall ist, Verschw?rung sage ich nur, aber das glaubt mir ja doch wieder keiner. Im Pentagon jedenfalls hatten alle frei, als die Welt still stand, weil: Die Welt stand ja still, da hat man im Pentagon nat?rlich nix zu tun, weil dann ja bestimmt kein Osama mal eben ein Flugzeug chartert, w?re ja Geldverschwendung, denn die Welt steht ja still, da fliegen auch Flugzeuge nicht, wegen dem Weltsstillstehflugverbot. Das war ihnen aber ganz egal, das Weltstillstehflugverbot, sie schwebten trotzdem auf Wolke sieben, die beiden Robben, die sich am Nordpol vor der untergehenden Sonne k?ssten und damit daf?r sorgten, dass die Welt still stand.
25.3.05 14:12


Jacques Derrida, der Begr?nder und Hauptvertreter der Dekonstruktion, sagte mal: "Bart, kannst du mal kurz das Lenkrad halten, ich muss mich an zwei Stellen gleichzeitig kratzen." Das ist ein sehr wahrer Satz, der mich mein Leben lang begleitet hat und aus dem ich immer wieder Kraft sch?pfe.
3.2.05 14:27


Eine Auswahl der traurigsten Tage meines Lebens

Tag 1: der Tag, als ich wieder in der Stadt war.
?Hallo Elch?, sagte ich, aber der Elch kratzte sich nur am Kopf und blinzelte. ?Hallo Elch?, wiederholte ich. Der Elche kratze sich nur am Kopf. Ich versuchte es erneut: ?Hallo Elch!? Der Elche kratze sich immer noch nur am Kopf. Mit etwas mehr Nachdruck wandte ich mich erneut an ihn: ?Hallo Elch!? Keine Antwort, er kratzte sich nur am Kopf. ?Hallo Elch!? Ich lie? nicht locker. Doch der Elch, er kratze sich nur am Kopf. ?Hallo Elch?, betonte ich. Der Elch, er kratze sich am Kopf. Dann versuchte ich es mal mit: ?Hallo Elch!? Doch der Elch schwieg und kratzte sich nur am Kopf.
Ein paar Jahre sp?ter, als ich wieder in der Stadt war, sagte man mir, dass der Elch taub sei. Und Schuppen habe er auch. Als ich das h?rte, musste ich weinen. Das war der traurigste Tag in meinem Leben.

Tag 2: heute.
Ich hatte nie einen Hund. Das ist so traurig.
1.2.05 23:01


Abschied

Freunde der Liebe,
die Karotte,
sie scheint nicht mehr.

Der Hund hat
seine letzten Barhocker
schon vor Jahren ausgekotzt.

Und ?ber den Wipfeln
der Stadt klauen Eichh?rnchen
keine Sportfahrr?der mehr.

Die Welt schlie?t ihre Augen
vor dem Grauen dieser Zeiten.
Uns bleibt nur zu weinen.
Abschied.
31.1.05 22:17


mein leben, folge 4:

Gut, dass meine Privathy?ne Anton nicht wei?, dass der Spiegel wieder zur alten Rechtschreibung zur?ckkehrt, ohne den Falschirmspringersuperdraufg?ngerstar Benjamin befragt zu haben, obwohl der arme Kerl nicht zur Pandab?rmotors?gehochzeit ins Himalaja fahren kann, der Arme



Ich mag meine Privathy?ne. Echt. Aber ich muss sagen, seitdem sie im Tatort mitgespielt hat, ist sie ziemlich ?berheblich drauf. Sie hat da so einen fiesen Gangster gespielt, mit Knarre und b?sem Blick, so einen, der offiziell einen Massagesalon betreut und in echt, na ja ne, da sprechen wir hier nicht dr?ber. Sind ja auch Kinder anwesend vielleicht. Na gut, doch: Es geht im Kern um Analsex, Prostituiertenschleusung, Bondage und Erpressung. Jedenfalls macht meine Privathy?ne Anton seitdem so voll einen auf Superstar mit Schminkt?schchen und Autogrammkarten ger?chteweise sogar. Dabei stand sie nur einmal in der Bunten und einmal im Spiegel, aber der kehrt ja jetzt zur alten Rechtschreibung zur?ck, was ich super finde, schlie?lich soll jeder so schreiben wie er Lust hat. Manchmal schreibe ich zum Beispiel auf englisch. Einfach so, und der Staat guckt in die R?hre, von wegen Rechtschreibreform. Aber ich mache dann im englischen auch ?berall Kommata, weil ich dann doch nicht ganz so ein rebellischer Draufg?nger bin wie mein Freund Benjamin. Benjamin jedenfalls ist ein totaler Superdraufg?nger. Wenn du dem eine Mutprobe stellst, zack, der macht das. Einmal ist er eine Br?cke runtergesprungen und man sagt, er w?re sogar mal nackt und ohne Fallschirm aus einem Hubschrauber in zwanzig Kilometer H?he durch die Glaskuppel ins Reichstagsgeb?ude gejumpt und h?tte danach Claudia Roth auf den Mund gek?sst mit Zunge sogar. Igitt, hat da jeder gesagt, was du dich alles traust, hat da jeder gesagt, du bist ja ein totaler Superdraufg?ngerheld, die Roth k?ssen, das traut sich nicht jeder, haben sie da alle gemeint. Einmal hat Benjamin, den alle nur Ben nennen, sogar mal einen Dackel in den Schwanz gebissen und das ohne Helm. Dabei hat er sogar einen Helm, weil er ist immer Roller gefahren fr?her, als er noch alle Beine hatte. Zwei St?ck waren das mal, aber als der alte Draufg?nger mal den Himalaja erkundet hat, musste er sich ein Bein mit der Motors?ge abfr?sen, weil es eingeklemmt war. Ganz sch?ner Teufelskerl, der Benjamin. Danach ist er auf einem Bein noch den Himalaja hoch und wieder runtergehumpelt ohne auch nur einmal "aua" zu sagen. Die Motors?ge musste er allerdings in der H?hle lassen, in der er sich sein Bein eingeklemmt hatte, denn sie hatte sich in einen dort lebenden Pandab?ren verliebt und verlobt und schon im Mai ist die Hochzeit. Aber einen Einbeinigen als Trauzeugen wollten sie nicht, also wird Benjamin wahrscheinlich im Mai nicht zur Pandab?rmotors?gehochzeit ins Himalaja fahren sondern einfach wieder nur mit seinem Roller zum Aldi.
8.8.04 16:19


tagesschau, folge 1:

Den Wunder-K?rper mit 46 gibt?s tats?chlich

Mindestens sieben Menschen get?tet, 15 weitere verletzt



Die Erschie?ung von "Bobo", dem Tiger von Ex-Tarzan-Mime Steve Sipek, hat ein Nachspiel. Im Sommer 2002 hatte die "Bild"-Zeitung ?ber seine Beziehung mit der Schlagers?ngerin Michelle berichtet und ihn dabei auch mit anz?glichen Bemerkungen zitiert. Zudem hatten militante Pal?stinenser einen Polizeigeneral und einen Oberst in ihre Gewalt gebracht. Doch diesen alten Zopf hat die sozial-liberale Regierung von Premierminister Guy Verhofstadt zu Beginn dieses Monats abgeschnitten - und seitdem herrscht Aufruhr an der Ladentheke. Lediglich eine Mumie ?berstand den Transport ?ber den Ozean nicht: sie zerfiel und wurde durch ein Exemplar aus dem Saarbr?cker Abenteuer-Museum ersetzt. N?tig h?tte Heidi das Geld wahrscheinlich nicht. Kickeridol David Beckham, 29, der angeblich auch schon mal die Slips seiner Frau auftr?gt, hat erneut seinen Hang zu Dessous bewiesen. Nach Angaben der nationalen Luftkontrolle war die Sicherheit beider Flugzeuge zu keinem Zeitpunkt in Gefahr, die Piloten hatten jedoch nach den Angaben den Vorfall in ihren Flugberichten festgehalten. Im vorliegenden Fall sei das Grundst?ck jedoch im Fl?chennutzungsplan als "Wald/landwirtschaftliche Fl?che" ausgewiesen. Hier musste sie ihr Oberteil l?ften, um die Beamtinnen zu beruhigen. Auch Lehrer kamen bei dem Versuch, die Schulkinder aus dem Flammeninferno zu retten, ums Leben. In den Bergen keine Ewigkeit, aber auch am Gipfel seiner bisherigen Karriere bleibt der Italiener auf dem Boden. Br?sig-brunftig brutzelt Britney Breitbein. Die US-Soldatin, bekannt durch ein Foto, dass sie lachend mit einem nackten Iraker an einer Leine zeigt, sollte heute von einem Milit?rgericht befragt werden. Etliche Ikea-H?user sollen im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Sony Spielbereiche mit PlayStation-2-Installationen und auch spezielle EyeToy-R?ume erhalten. Ein Arbeiter kam im str?menden Regen einer laufenden Turbine zu nah und wurde hineingerissen. Timberlake und Jackson hatten mehrfach versichert, dass der Auftritt so nicht geplant gewesen sei, sondern ein Missgeschick, eine "Garderobenfehlfunktion". Die ?berraschende Absage Otto Rehhagels hat den Deutschen Fu?ball-Bund (DFB) bei der verzweifelten Suche nach einem Bundestrainer in ein neues Dilemma gest?rzt und die Hoffnungen auf eine schnelle L?sung zunichte gemacht. Diese jungen, s?ndigen Damen haben die Lizenz zum Ludern. Vorerst gehen die Vorstellungen vor allem bei der Reform der Krankenversicherung noch weit auseinander. Die deutsche Lehrerschaft sei ?beraltert, p?dagogisch schlecht ausgebildet und mache einen langweiligen Unterricht. Allein in Hilla starben mindestens 23 Iraker bei der Explosion zweier Autobomben. Als sie vor dem feinen Pangaea-Club aus dem Auto stieg, gew?hrte ihr weites Top tiefste Einblicke.
17.7.04 21:11


meine scripts, folge 1:
Die Augen vom Vater von ?dipus haben sicher nicht so super geschmeckt, wie man sich das immer vorstellt

Szene I:

W?ste. Anbruch der Dunkelheit. Das Bild ist in orange geh?llt. Ein junger Mann l?uft langsam in Richtung Kamera. Er tr?gt nur eine kurze Hose und eine Fernseherfernbedienung mit sich herum. Er grinst. Lautes, langsames Herzklopfen h?rbar.

Schnitt. Ein kleines Zimmer. Komplett leer. Nur in der hintersten Ecke rennt eine kleine Ratte unentwegt mit dem Kopf gegen die Wand.

Schnitt. Der junge Mann geht weiter. Er steht direkt vor der Kamera. Seine Augen funkeln. Er legt sich hin, steckt die Arme zu beiden Seiten von sich. In der einen Hand h?lt er noch immer die Fernseherfernbedienung.

Schnitt. Das kleine Zimmer. Komplett leer. Die Ratte rennt nur noch mit halber Geschwindigkeit gegen die Wand.

Schnitt. Der junge Mann schlie?t die Augen und atmet tief ein.


Szene II:

Ein edler Tisch in einem englischen Herrenhaus am Stadtrand von London. Mutter, Vater und Sohn, der junge Mann aus Szene I, sitzen in Jacketts beziehungsweise Damenanzug bekleidet und brunchen. In der Ecke steht eine Bedienstete. Im Hintergrund seichte Klaviermusik. Dialog.
Junger Mann: Ich gehe heute Abend auf eine super Fete.
Vater: Nein.
Junger Mann: Aber wieso das denn?
Vater: Du bist noch zu jung f?r so was. Du musst lernen.
Junger Mann: Ich bin 22. Und gelernt habe ich schon.
Vater: Auf diesen Parties ist die S?nde zu Hause. Du bleibst hier und lernst Rechnungswesen, damit du eines Tages meine Pferderennsportfirma ?bernehmen kannst.
Junger Mann: Aber Vater, ich will Kunst studieren. Und ich gehe heute auf die Party. Kunst!

Schnitt. Ein kleines Zimmer. In der Mitte tanzt eine Ratte Cha-Cha-Cha. Sie tr?gt einen Rock aus Bambush?lsen.

Vater: Au?erdem fliegen wir ?bermorgen schon. Schone dich.
Junger Mann: Ich gehe auf die Party!
Vater (mit rotem Kopf): Auf dein Zimmer. Und da kommst du bis morgen nicht mehr raus.

Schnitt. Ein kleines Zimmer. Die Maus wirft den Rock ab und rennt in die Ecke das Zimmers. Sie sch?mt sich ihrer Nacktheit nicht, doch sie ist innerlich aufgew?hlt.


Szene III:

Dunkelheit. Stille. Ein Schluchzen. Noch ein Schluchzen.


Szene IV:

Camp in der W?ste. Vater und Sohn sitzen vor einem Fass. Im Hintergrund weitere F?sser, ein Zelt, ein Fernseher, ein Bediensteter. Sonst nur W?ste. Vater und Sohn pokern. Dialog.
Vater: Gewonnen! Wie du spielst. So wird aus dir nie was.
Sohn: Ich gehe jetzt schlafen.
Vater: Nein, wir spielen weiter!
Sohn: Aber ich will Kunst studieren!
Vater gibt die Karten.


Szene V:

Dunkelheit. Stille. Ein Schluchzen. Noch ein Schluchzen.


Szene VI:

Hinter dem Zelt. Der Sohn alleine. Er bastelt an einer Fernseherfernbedienung. Dann am Fernseher. Er steckt einen Draht in eines der F?sser. Zoom auf das Fass. Es steht Benzin drauf. Aber in W?stensprache, also wird ein Untertitel ben?tigt. Der Untertitel lautet: Benzin. Der junge Mann grinst breit.

Szene VII:

Der junge Mann verl?sst das Camp.
Junger Mann: Ich gehe Wasser holen!
Vater: Gut? das ist aber auch das einzige, was du drauf hast.
Lautes, schnelles Herzklopfen setzt ein. Der junge Mann l?uft Richtung Kamera. Das Herzklopfen wird langsamer.


Szene VIII:

Ein kleines Zimmer. Komplett leer. Die Ratte rennt schwach scheinbar ein letztes Mal kraftlos gegen die Wand. Sie f?llt um.

Schnitt. Langsames Herzklopfen laut. Der junge Mann liegt auf dem W?stenboden. Vogelperspektive. Er streckt beide Arme von sich. Zoom auf die Fernseherfernbedienung in seiner Hand. Nach einiger Zeit dr?ckt er den Aus-Knopf. Im Hintergrund explodiert das Camp.

Schnitt. Das kleine Zimmer. Die Ratte steht wieder auf. Sie streift sich den Rock ?ber. Sie tanzt. Sie macht kreisende Bewegungen mit den Armen und singt: ?Kunststudium, hey hey, Kunststudium, hey hey?? Langsame Ausblende.

Fin.


So. Weil ?dipus ja die Augen seines Vaters gegessen hat, dachte ich mir, ich muss jetzt aber mal einen Film machen, der Sigmund Freuds Erkenntnisse thematisiert. Das wird auch mal Zeit, dass so ein Film gemacht wird.
25.6.04 12:15


mein leben, folge 3:

Wo liegt eigentlich Dortmund?



Das ganze f?ngt so an: Ich wollte mir eine orange Warnweste kaufen. Weil ich n?mlich auf die Mayday oder die Loveparade oder auf eine andere Rave-Veranstaltung gehen wollte, um mal wieder so richtig abzutwisten, oder wie dieser Technotanzstil hei?t, der aussieht wie Stepgymnastik auf LSD. Und jetzt kommt auch schon der Eingangskonflikt, der die Rahmenhandlung darstellt: Den Warnwestenladen meines Vertrauens gab es nicht mehr. Stattdessen war da jetzt ein t?rkischer Friseur, also lie? ich mir die Haare schneiden. An den Seiten alles kahl, oben alles drangelassen, aber hochgegelt, bitte. Jetzt hatte ich wenigstens schon mal die Schranzerfrisur (ah, da ist mir der Name wieder eingefallen von dem Tanz). Nur kann man ja ohne eine Warnweste nicht auf ein Ravekonzert gehen. Da wirkt man voll underdresst und alle kucken einen so komisch an. Ich mag das nicht, wenn mich alle ankucken. Das kommt daher, weil ich eine ziemliche Hackfresse habe. Die sollen mal lieber nicht so viele Leute ersp?hen k?nnen. Deswegen war es mir eine besondere Herzensangelegenheit, eine Warnweste zu besorgen. Achtung: Jetzt kommt die erste Binnengeschichte: Auf der Suche nach einem anderen Warnwestenladen, ich h?tte mich auch mit einem Second-Hand-Warnwestenladen abgegeben, begegnete mir ein B?r, der Teller auf St?ben balancierte. Weil ich gelesen habe, dass man mit Dialogen eine Geschichte total auflockern kann, habe ich den B?ren angesprochen:

Ich so: ?Hallo du B?r, das machst du schon ziemlich gut.?

Er so: ?Ja.?

Ich so: ?Wie lange machst du das denn schon??

Er so: ?Lang.?

Man sieht: Total ungespr?chig dieser B?r. Ein Brummb?r nur. Ich wette diese Brummb?r-Metapher ist jemandem eingefallen, als er genau diesen Brummb?ren auf der Suche nach einem Second-Hand-Warnwestenladen in der Innenstadt mit Tellern auf St?ben balancieren sah. Ich ging also weiter (Achtung: Ende der ersten Binnengeschichte) und kam dann doch noch zu einem Second-Hand-Warnwestenladen. ?Hallo Herr Second-Hand-Warnwestenladen-Haupteigent?mer,? sagte ich, ?wie geht?s? Ich h?tte gerne einen Poncho!? Da guckte der aber ganz sch?n verdutzt, dieser Second-Hand-Warnwestenladeninhaber. Der hatte n?mlich nat?rlich gar keine Ponchos, sonst hie?e er ja auch Second-Hand-Poncholadenbesitzer. ?Ne, war n Joke,? habe ich dann gesagt, weil der schon langsam gereizt geguckt hat. ?Ich will ne Warnweste.? Ein mindestens 60W-?kosparbirnen-helles Strahlen erf?llte sein Gesicht: ?Endlich. Seit ewigen Zeiten hat hier keiner mehr eine Warnweste gekauft. Seit Techno out ist, sieht?s ganz schlecht aus. Die Warnwestenindustrie leidet sehr stark. Und jetzt gibt?s nicht mal mehr die Loveparade. Welche Farbe soll sie denn haben, die Warnweste?? Ich hatte nicht gewusst, dass es die Loveparade nicht mehr gibt. Dann gehe ich halt zur Mayday, dachte ich flugs. Problem ? L?sung. So geht das bei mir. ?Eine gr?ne w?re mal toll,? sagte ich erheitert, ?wir haben nur orange,? antwortete der Second-Hand-Warnwestenladen-Beauftragte ein wenig melancholisch. Noch ganz high vor Stolz, wie wunderbar ich mit nur wenigen Adjektiven der Figur des Warnwestenladenleiters Leben eingehaucht hatte, sagte ich: ?Ach, egal, die nehme ich!? Ob er sie mir auch ma?schneidern k?nne, weil ich wolle ja schick aussehen da auf der Mayday. Und ob er auch passende Drogen dazu habe, sonst halte man ja diesen Bumm-Bumm-Dreck nicht aus. In ma?geschneiderter Warnweste und mit einer Drogen?berraschungst?te (f?r Jungs) verlie? ich den Laden. Get the party started, dachte ich mir so und bemerkte erst danach, dass ich auf einmal in englisch dachte, was mich vollends verwirrte, denn meine erste Fremdsprache war ja immer franz?sisch. Einmal war ich sogar in Frankreich (Binnenhandlung zwei). Da ist aber nicht viel passiert. Das Land war ganz sch?n. Schade war nur, dass da so viel Franzosen waren. Die sprechen alle kein deutsch. Eigentlich ist nur eine Sache passiert: Ich habe einen neuen Leberfleck auf meinem rechten Arm entdeckt. Ich finde es der Leber gegen?ber ?brigens ziemlich ungerecht, dass man die kleinen Leberflecke sehen kann, die viel gr??ere Leber aber nicht. So viel zu meinem Frankreichaufenthalt, zur?ck zur Rahmenhandlung. Ich ging dann doch noch mal zur?ck zu dem Second-Hand-Warnwestenladenchef. Denn: Ich wusste ja gar nicht, wo die Mayday ?berhaupt ist. ?Wo ist die Mayday ?berhaupt?? ?Ach, die ist in Dortmund.? In Dortmund? Dortmund? Wenn die in Dortmund ist, dann bleibe ich doch lieber hier und gucke Farbe beim Trocknen zu wie an den anderen Abenden. Die Farbe gibt?s auch in gr?n. Warnwesten nicht. Skandal.

20.6.04 11:50


meine meinung, folge 1:
Die Jugend von heute ist dumm und fett

Es war einmal ein kleines s??es K?tzchen. Es war schwarz und hatte wei?e kleine T?tzchen. Wenn man es streichelte r?kelte es sich und streckte einem sein feuchtes N?schen zu. Einmal hatte das K?tzchen keine Milch mehr und es wurde ganz durstig und ein bisschen traurig auch. Es suchte und suchte, aber es konnte nichts zum Schlecken finden. Dann aber streckte es sich und erklomm mit seinen T?tzchen den K?chentisch. Dort stand ein T?sschen Milch. Aus dem nippte das K?tzchen und sein N?schen wurde ganz wei? von der Milch. Das K?tzchen war jetzt nicht mehr durstig und es schnurrte herzerw?rmend, w?hrend es mit seinen T?tzchen das N?schen reinigte.
Der Text passt nicht zur ?berschrift? Gut beobachtet. Aber wer will schon noch was davon lesen, wie dumm und fett die Jugend von heute ist. Da ist eine kleine Geschichte ?ber ein s??es K?tzchen doch viel sch?ner.
16.6.04 22:13


mein leben, folge 2:
Fr?her mit dem Kosmosbaukasten

Ich dachte mal, ich h?tte Hautkrebs auf der Brust. So ein schwarzer Hautkrebs, kennt man ja aus dem Fernsehen. Dann bin ich direkt zum Arzt und der hat gesagt: Du, das ist kein Hautkrebs. Das ist nur ein Mitesser. Den habe ich mir dann ausgedr?ckt und weg war er. Problem gel?st. Doch das war noch nicht das Ende der Story. Denn ich hatte ja noch ein viel gr??eres Problem als den Hautkrebs. Und zwar ein Metaproblem, ein Problem, um das sich lauter andere Probleme scharten. N?mlich: Ich war Rockstar. Als ich noch Rockstar war, da war mein Leben voller Probleme. Das fing schon mit den Instrumenten an. Wir hatten eine Art Schlagzeug und eine Kindergitarre vom Karstadt. In der Szene, in der wir uns bewegten (so von Post-Nu-Emo-Rock bis Heavy-Space-Dark-Gothic-Metal), nahm man uns besonders mit der Kindergitarre nicht richtig ernst. Nicht mal, als ich mir die clevere L?ge ausgedacht hatte und immer behauptete, das w?re eine Ukulele aus Hawaii und keine Kindergitarre vom Karstadt. Kurz nach dieser genialen L?ge fiel mir was anderes tolles ein: Wir k?nnten doch karibische Elemente mit Hardrock kombinieren. Mit einer Ukulele klappt das schon ziemlich super. Aber wir fanden dann keine Steeldrums und ohne Steeldrums ist nix mit karibischen Elementen. Ich habe dann extra bei den Flippers angerufen, weil die immer mal Steeldrums dabei haben, aber da kommt man gar nicht ran, die Flippers sind viel zu abgeschottet von so Rockstars wie mir. Obwohl uns nun also das wichtigste Element, die Steeldrums, fehlten, wollten wir nicht von unserem Plan abkommen und nannten uns schon bevor wir das erste Lied mit hawaiianischen Einfl?ssen geschrieben, arrangiert, komponiert und eingesungen hatten pr?ventiv mal ?Mele Kalikimaka?. Das hei?t frohe Weihnachten auf hawaiianisch. Was gibt?s da so zu glotzen? Erstens kannten wir keine anderen hawaiianischen W?rter und zweitens wei? das ja eh niemand. Wir erz?hlten dann immer bei uns in der Szene (so von Post-Nu-Emo-Rock bis Heavy-Space-Dark-Gothic-Metal), das hie?e ?Fick? Gott? oder ?Fick? den Teufel?, je nachdem. Meistens traten wir in mittelkleinen bis sehr kleinen Kirchengemeinden und Nebens?len von Altersheimen auf. Da war ?Fick? den Teufel? dann zum Beispiel die bessere Alternative. Lieder hatten wir also ?brigens auch. Meistens deutschsprachig, denn englisch hatten wir erst seit ein paar Jahren und au?erdem schrieben wir im Unterricht immer unsere Texte, also konnten wir nicht viel mehr sagen als ?The Pearsons live in a flat.? Jetzt gibt es ja auch diese Flatscreenfernseher mit diesem 16:9-Format, f?llt mir da ein. Aber die finde ich gar nicht gut, weil die Leute da immer so fett aussehen. Und bei uns in der Szene (so von Post-Nu-Emo-Rock bis Heavy-Space-Dark-Gothic-Metal) mag man fette Leute gar nicht. Das hat vielleicht was damit zu tun, dass fette Leute meistens so furchtbar dick sind. Jedenfalls hatten wir auch Texte und die waren nicht nur meistens deutsch sondern meistens auch noch sozialkritisch obendrein. Eines hie? ?Jetzt oder nie?, schon deshalb, weil wir der Meinung waren, dass jede Rockband mit Karibik-Feeling mindestens einen Song haben muss, der ?Jetzt oder nie? hei?t. Jedenfalls ging der so: ?Ihr seid doch alles Nazis / Fickt euch doch ins Knie / Werdet mal schnell Sozis / Jetzt oder nie?. Das war immer ein Br?ller auf Gemeindefesten und bei Altersheim-Gigs. Kann man sich ja vorstellen. Hier will halt keiner mehr ein Sozi sein, wegen Lenin und so. Einmal sind wir, wir tr?llerten gerade ein fr?hliches Liedchen, dass wir ?You motherfucking fuck hawaiian bitch 666? nannten, durch die Innenstadt unserer Stadt, die ?brigens so klein war, dass sie gar keine Au?enstadt hatte. Jetzt habe ich vergessen, wie der Satz angefangen hat. Jedenfalls: Da haben wir einen Hund getroffen, der ganz alleine da sa? und au?erdem ein Dalmatinerwelpe ohne Halsband war. Ich habe ihn dann gefragt: ?Na du Dalmatinerwelpe ohne Halsband, was h?ngsten hier so sinnlos rum? Solltest lieber mal was arbeiten, statt hier so sinnlos rumzuh?ngen, schlie?lich zahl ich Steuern und f?tter dich durch. Wahrscheinlich gehst du dann auch noch betteln mit deinen treuen schwarzen Dalmatinerwelpenknopfaugen. Das haben wir gern.? Da sagte der Welpe: ?Ey du, ey schuld ist nur das Fehlen der Ausbildungsplatzabgabe, ey. Und jetzt pass mal auf ey, wenn du mich hier dumm anpissen willst und mich n Sozialschmarotzer nennst ey, dann kriegste es gleich mal mit meinen hundert Freunden zu tun ey, die warten n?mlich hinter der Laterne da dr?ben. Da haben die sich alle versteckt. Ey!? So eine Laterne ist nat?rlich viel zu d?nn, da k?nnten sich nicht einmal so Bulimiedalmatinerwelpen dahinter verstecken. Also habe ich ihm gesagt: ?P???h!? mit drei ?. Das hat ihn ganz sch?n beeindruckt und er hat den Kopf gesenkt, um in sich zu gehen, vermute ich. Jedenfalls sind wir dann weitergezogen und haben unser Lied ?Where are the fucking steeldrums, mother?? gezwitschert. ?brigens: Eigentlich gab es den Hund gar nicht, aber die Story war gerade voll am Verebben sozusagen und Hunde, Katzen, kleine Kinder ziehen ja immer total, also dachte ich: Du, aus dramaturgischen Gr?nden muss da jetzt ein Dalmatinerwelpe rein, so wie bei Disney, nur halt hundert weniger, weil die k?nnen sich ja alle unm?glich hinter einer Laterne verstecken. Dass das gelogen war, erkennt man ja auch schon daran, dass Dalmatinerwelpen in echt gar nicht so oft ?ey? sagen. Dramaturgie kann man jetzt ?brigens auch an manchen Universit?ten der Republik studieren, hat man mir erz?hlt, aber ich will doch lieber Elektrotechnik studieren, dann kann ich mir mein eigenes Radio bauen. So wie fr?her mit dem Elektrobaukasten von Kosmos. Das waren noch Zeiten.
11.6.04 16:30


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